SPD im Würmtal klar gegen Kiesabbau in Waldgebieten - im Forst wie im Planegger Holz

10. Oktober 2019

Die SPD Ortsvereine im Würmtal – Planegg, Gräfelfing, Gauting und Neuried - sprechen sich deutlich gegen weiteren Kiesabbau in Waldgebieten aus - sowohl im Forst Kasten als auch auf dem Gebiet der Dickwiese im Planegger Holz. Wir begrüßen daher eindeutig die Position der SPD Fraktion im Ausschuss für Energiewende, Landwirtschafts- und Umweltfragen des Kreistags, dem Beschlussvorschlag des Landratsamts zum Raumordnungsverfahren für einen Kiesabbau im Bereich der Dickwiese im Planegger Holz nicht uneingeschränkt zuzustimmen.

Der Beschlussvorschlag verknüpft auf unzulässige Art und Weise den Kiesabbau im Planegger Holz mit dem Abbau im Forst Kasten. Der Trockenkiesabbau im Bereich Dickwiese ist per se nicht raumverträglich. Das Vorhaben wird nicht raumverträglicher, wenn der Abbau im Vorranggebiet Forst Kasten nicht mehr gegeben ist.

Beide Auskiesungen würden wertvolle Waldflächen in großem Umfang auf lange Zeit vernichten. Auch nach bestehender Rechtslage darf Kiesabbau auf geschützten Waldflächen (beispielsweise regionale Grünzüge, Landschaftsschutzgebiete, etc.) nur in Ausnahmefällen stattfinden. Die Nachteile für Umwelt und Lebensqualität in beiden genannten Fällen sprechen ganz klar gegen eine solche Ausnahme.

Wälder sind wertvolle Ökosysteme und CO2-Speicher und spielen eine wichtige Rolle bei der Frischluftversorgung und für das lokale Klima, ein Aspekt der durch die in Zukunft zu erwartenden Temperaturanstiege immer mehr an Bedeutung gewinnt. Hinzu kommt die wichtige Erholungsfunktion der Wälder für die Bewohnerinnen und Bewohner in der Region München und besonders in Planegg. Auch nach einer Aufforstung würde es noch lange dauern, bis sich das empfindliche ökologische Gleichgewicht im Waldboden, das für einen gesunden Wald zentral ist, wieder einstellt und der Wald wieder voll funktionsfähig ist.

Im Bereich der Region 14 des Regionalplans bestehen ca. 3.800 ha Vorrang- und Vorbehaltsflächen für den Abbau von Kies und Sand. Davon ist ein großer Teil landwirtschaftlich genutzte Fläche. Diese sollte vorrangig genutzt werden, da die Klimabeeinflussung dort erheblich geringer ist. Z.B. wird in Freiham westlich der A 99 Kiesabbau und Kiesverarbeitung auf freien Flächen von der Fa. MKU betrieben.

Der vorliegende Beschlussvorschlag suggeriert indirekt, dass der Abbau im Vorranggebiet im Forst Kasten insgesamt als verträglich zu beurteilen und der Auskiesung der Dickwiese vorzuziehen wäre. Wir stellen uns klar gegen ein solches Vorgehen. Unabhängig voneinander sind beide Vorhaben aus ökologischen und regionalplanerischen Gründen abzulehnen.

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